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Illustration

Unter dem Motto „Erlebniswelten" wird die Neupräsentation der Kunstsammlung im Clemens-Sels-Museum mit zahlreichen Aktionen feierlich eröffnet. Die Schätze der Sammlung sollen ab diesem Zeitpunkt durch eine gattungsübergreifende Zusammenstellung von Werken neue und überraschende Eindrücke und vielfältige Erkenntnisse vermitteln. Denn wo gibt es in unserem schnelllebigen, bildüberfluteten Alltag noch echte visuelle Entdeckungen zu machen als im Museum! Denn die Unvergleichlichkeit des originalen Kunstwerks hat auch in Zeiten digitaler Reproduzierbarkeit nichts an seiner Faszination verloren. Dieses Potential gilt es im Rahmen der Neupräsentation auszuschöpfen. Ausgewählte gattungs- und epochenübergreifende Zusammenstellungen, die durch Ausflüge in die Kulturgeschichte bereichert werden, sollen es ermöglichen, den Blick für das Besondere zu schärfen, Neugier zu wecken und zu lebhaften Diskussionen anzuregen.

So wird es etwa ein Wiedersehen mit den Werken von Johan Thorn Prikker geben. Neben dem bekannten Gemälde „Der Tauzieher" werden nun sowohl einige großformatige Fensterentwürfe für die Dreikönigenkirche in Neuss als auch ein von ihm entworfenes Schmuckkästchen mit Holzintarsien zu sehen sein, die seine in allen Gattungen vorherrschende, unvergleichliche ornamentale Formsprache erkennbar werden lassen. 

 Das frisch restaurierte Gemälde „Heiliger Julian, jagend“ von Heinrich Campendonk und die 1911 entstandenen Glasfenster-Entwürfe seines Lehrers Johan Thorn Prikker für die Kirche St. Dreikönigen in Neuss                                                                                 

Seine Kunstwerke leiten über zu den Arbeiten seines namhaften Schülers Heinrich Campendonk, dessen monumentaler „Heiliger Julian" nach umfangreicher Restaurierung seine ursprüngliche Strahlkraft wieder erlangt hat. Darüber hinaus liefern eine unvollendete Zeichnung und eine verworfene Bildrückseite intime und einmalige Einblicke in das Werk und den Schaffensprozess dieses bedeutenden Rheinischen Expressionisten.

Blick in den Max Ernst Raum mit einem Gemälde und Grafiken des Künstlers, sowie einer Lesezone und einer Hörstation

Auch Max Ernst, der sich aus dem Umfeld des Rheinischen Expressionismus zu einem der namhaftesten Surrealisten in Paris entwickelte, wird in der Neupräsentation ein eigenes Kabinett gewidmet. Damit erhält die grafische Sammlung des Clemens-Sels-Museums erstmals einen festen Präsentationsort. Zunächst werden Werke von Max Ernst präsentiert, die Schlaglichter auf das intellektuelle Umfeld und die poetischen Experimente des weltberühmten Malers werfen. Bücher von Dichtern wie Paul Eluard und André Breton, mit denen Max Ernst im Kreise der Surrealisten in Paris verkehrte, können Dank der großzügigen Leihgabe von Frau Dr. Irmgard Feldhaus in Beziehung gesetzt werden mit der wertvollen Originalausgabe von Ernsts legendärem Collageromane von 1929 „La Femme 100 Têtes". Diesen schuf Max Ernst aus 146 Collagen und Texten. Er wird in der Fachwelt als „visuelles Manifest des Surrealismus" gefeiert. Dass Ernst neben seinem bildnerischen Œuvre auch ein schriftstellerisches Werk von verstörender Intensität schuf, ist bislang nur wenigen bekannt.  

Die einmalige Wechselwirkung, die sich innerhalb des Schaffens von Max Ernst und seinem surrealistischen Umfeld entfaltete, wird der Besucher über eine Hörstation sinnlich nacherleben können. Dort werden Auszüge aus der berühmten Vertonung von „La Femme 100 Têtes" des amerikanischen Komponisten George Antheil (1900-1959) zu hören sein, die als surreale Musikcollage von 1932-33 akustische Assoziationen und Traumbilder zu den Illustrationen von Ernst entstehen lassen.

In dem temporär eingerichteten Max-Ernst-Raum wird das gattungsübergreifende Konzept des Clemens-Sels-Museums beispielhaft vorgestellt. So wie der gewählte Titel des Collageromans als geniales Wortspiel schillernde Bilder und rätselhafte Botschaften entstehen lässt, so waren bereits die Präraffaeliten und Symbolisten berühmt für ihre verschlüsselten Botschaften im Bild. Erst durch die Kombination und das vergleichende Nebeneinander berühmter Exponate mit spätgotischen Bildwerken wird die lange Tradition und große Bedeutung offenbar, die Symbolen als Mittler und Überbringer über Jahrhunderte hinweg zukam.

ERLEBNISWELTEN im Clemens-Sels-Museum
Kurzinformation zum Ausdruck (PDF)



ab dem 28. Februar 2010

ERLEBNISWELTEN
Neupräsentation der Kunstsammlung

Gibt es in unserem schnelllebigen, bilderüberfluteten Alltag noch echte visuelle Entdeckungen zu machen? – Wir meinen ja, und zwar im Museum. Denn die Unvergleichlichkeit des originalen Kunstwerks hat auch in den Zeiten digitaler Reproduzierbarkeit nichts an ihrer Faszination verloren. Dieses Potential auszuschöpfen ist das Ziel der Neupräsentation der Sammlung.

 August Macke, Kandern IV, 1914

Ausgewählte gattungs- und epochenübergreifende Zusammenstellungen, die durch Ausflüge in die Kulturgeschichte bereichert werden, sollen es ermöglichen, den Blick für das Besondere zu schärfen, Neugier zu wecken und zu lebhaften Diskussionen anzuregen. Dabei müssen Sie auf die beliebten Highlights unserer Sammlung selbstverständlich nicht verzichten, doch möchten wir diese in einem neuen Kontext präsentieren, um so neue Eindrücke zu vermitteln.

Flyer zur Ausstellungseröffnung
(PDF, 0,18 MB)