Sammlung

Nikifor Krynicki
Nikifor Krynicki

Nikifor Krynicki
(eigentlich Epifaniusz Drowniak)
1895–1968

Stadtbild mit Fluss und Badenden
Aquarell auf Papier / 28 x 19 cm
Inv.-Nr. 1972Ma214
Erworben 1972

Nikifor ist der wohl bekannteste polnische Naive. Trotz widrigster Lebensumstände strebt der sprachbehinderte, tuberkulosekranke und bettelnd durchs Land ziehende Autodidakt danach, seinem Gestaltungswillen in Ausdruck zu verleihen. Er bemalt Papier- und Plakatreste mit Heiligenbildern, Kircheninterieurs, Stadt- und Architekturansichten oder auch Selbstporträts, in denen er sich als Heiliger oder Mann im noblen Anzug darstellt. Beispielhaft für seinen subtilen Mal- und Kompositionsstil ist das Aquarell „Stadtbild mit Fluss und Badenden“. Der Betrachter schaut von der Brücke eines Kanals auf das Geschehen. Auf dem Hausdach steht ein Mann mit Hut, der ebenso geisterhaft wie die badenden Figuren erscheint. Im Mittelgrund ragt ein Verwaltungsgebäude empor, dessen Fenster mit Strichgittern versehen sind. Nikifor füllt die dunklen Konturlinien mit gebrochenen, gelegentlich auch leuchtenden Farben, die er deckend oder transparent aufträgt. Diese verbinden sich mit zarten Schraffuren zu einem feinmaschigen Gewebe, das sowohl Bildordnung und -bewegung als auch Symmetrie und Atmosphäre erzeugt. Mit dieser ganz eigenen Technik gelingt Nikifor die Visualisierung seiner bildnerischen Vorstellungswelt.

Nikifor Krynicki
Nikifor Krynicki
Selbstbildnis vor Zeichnung
Farbstift und Tusche auf hellbrauner Pappe / ca. 24 x 17 cm
Inv.-Nr. 2011.033
Schenkung Johannes Feldhaus 2011 (aus dem Nachlass Dr. Irmgard Feldhaus)